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dieses magazin ist ein gemälde - gemalt mit den farben deiner phantasie, deiner sehnsüchte und ängste. dieses magazin bist du. mußt sie nur öffnen, augen und ohren, herz und hirn. mußt sie nur sprengen, die enge in deinem kopf, die mauern der mind-box, perfekt geformt aus arroganz, ignoranz und intoleranz, um dein kleines hirn, gefangen in dieser grauen box. denn du lebst in einer welt, die die schnelle ersatzbefriedigung - sicher gut gemeint von denen, die dich lieben - zum alle einenden, alleinseeligmachenden sinn des lebens erklärt hat - massenproduziert von dei- nem elternhaus, der politik und gesellschaft, deinem office, deinen kollegen und freunden, der wirtschaft, den marken und medien. mußt nur beginnen, zu denken, zu fühlen, zu wachsen, deine grenzen zu sprengen. deine talente, individualität und werte zu leben. werte zu schaffen. sinn zu stiften. ein wenig out-of-the-box-denken wird uns allen guttun. enjoy! ralf schwartz [archiv]

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LIEBE FREUNDE DES MAGAZINES!

Die Zeiten des .pdf sind vorbei. Nach zwei Jahren im Querformat möchten wir Euch jeden zusätzlichen Klick ersparen und bieten Euch das magazine zum Direktgenuß auf dieser Website an.
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Passend zum aktuellen Thema haben wir uns diese Freiheit genommen und hoffen, in Eurem Sinne zu handeln.

Je weniger die Menschen über ihre
Freiheit sprechen, desto weniger ist sie eingeschränkt oder umso stärker vermissen sie sie. Heute sind wir an einem Punkt angelangt, an dem wir sie nicht mal mehr vermissen. So schleichend hat man sie uns entzogen, wo es nur ging und wir haben es nicht mal bemerkt - oder nicht auf die gehört, die schon immer mahnten, weil wir mit Geld verdienen, Karriere machen, überleben, Freizeitkämpfen beschäftigt waren.
Für Freiheitskämpfe blieb einfach keine Zeit, nicht wahr?
Von daher wollen wir ein wenig an die gute, alte Freiheit erinnern (vielleicht erinnert sich der ein oder andere ja tatsächlich noch) und zum Nachdenken über die aktuelle Situation und die entsprechenden Konsequenzen anregen, wenn wir alles so weiterlaufen lassen wie bisher.

In diesem Sinne wünschen wir
Viel Vergnügen / Frohes Fest / etc.

Euer
ralf schwartz
ALLES ESSEN, ABER NICHT ALLES WISSEN! - Wer braucht schon Freiheit, wenn er gerade von Neid auf den Nachbarn zerfressen wird. Da kann nur noch Gerechtigkeit helfen! Dann kommen die Nachbarn wenigstens auch nicht voran.

Wer weiß eigentlich noch, was Freiheit einmal war? Oder besser: Wer will das heute noch wissen?

Nun, zu unserem eigenen Besten sollten wir kurz darüber nachdenken,
was Freiheit für uns, für jeden Einzelnen bedeuten könnte, hätten wir sie realiter und nicht nur als romantische Verklärung in den Slogans der
Parteien, über unseren Eingangshallen, in unseren Grundrechten, die wir leider, als der erste Terrorist über unsere Schwelle trat, unauffindbar verlegt haben.

Wir dürfen in Gesellschaft nicht sagen, was wir denken und wir dürfen nicht denken, was wir könnten.
Wir dürfen und können in der Wirt-
schaft nicht wählen zwischen Angeboten und deren Qualität definieren - weil es nur ein Angebot gibt.
Wir dürfen in der Bildung nichts lernen und weder über uns hinaus, noch sonstwohin wachsen. Wir dürfen in den Medien nicht alles wissen, sondern nur exkremente Emotionen ertragen. Wir dürfen uns keine eigene Meinung bilden. Wie sollten wir auch ohne die Basis der Meinung, das Wissen? Brauchen wir nicht, um H4 zu bekommen, und der zahlt auch die Bild, das Bier und den Fernseher. //
NOCH'N GEDICHT! - Wollen wir frei sein? Nein, natürlich nicht. Wir wissen nicht, was das bedeutet. Höchstens Arbeit, Aufwand, Mühe.
Gerechtigkeit - die wäre gut. Dann muß wenigstens keiner mehr was tun und die, die unbedingt wollen, können ja das Geld für alle ranschaffen.
Der Strom kommt aus der Steckdose, Geld wächst auf der Bank und die Chinesen machen unser Klima kaputt.

Gut, daß George Walker Bush wiedergeboren wurde.
Wollen wir frei sein? Nein, natürlich nicht. Wir haben keine Zeit, uns darum zu kümmern. Wir müssen arbeiten. Oder eben gerade nicht.
Das fehlt uns auch noch. Freiheit. Kein Pfleger mehr, der uns morgens, mittags, abends das Futter bringt. Kein Pfleger, der unseren Käfig ausmistet, der mit uns spielt und uns die Zeit vertreibt bis zur nächsten Fußball-WM oder so.

Wollen wir frei sein? Ja, natürlich. Wir haben nur keine Zeit, um uns darum zu kümmern. Wir müssen ja arbeiten. Bis
zum 13. Juli jeden Jahres. Für unsere Politiker, unsere arbeitslosen Freunde und dafür, uns weiter unsere Freiheit selbst zu beschneiden. Mit jedem Schritt, den wir tun lassen, mit jeder Wahl, die wir treffen.
Warum sagt uns auch keiner, was wir tun sollen? Warum gibt es soviele, die uns etwas sagen? Reicht da nicht einer? Immer dieses hin und her!

Wollen wir frei sein? Bloß nicht! Raus aus unserer kleinen Welt? Aus der Geborgenheit? Hinaus in diesen
Dschungel, in dem Leistung zählt? In dem wir auf uns selbst, unser Können und unsere Kreativität angewiesen sind? In dem wir selbst unterscheiden lernen müßten, zwischen Gut und Böse? Richtig und Falsch? Schwarz und braun und rot?
Nein, das lassen wir uns lieber weiterhin von Politik, Medien, und Celebrities sagen, die für uns denken, entscheiden, was wir kaufen, was wir lieben und hassen, was wir verstehen und was nicht, was wir ertragen wollen und was nicht. //
WEISSER JÄGER - In einer Gesellschaft, in der man nicht alles sagen darf, muß man auch nicht alles denken! Und schon gar nicht alles wissen.
Und weil wir schon lange nicht mehr reden, denken und wissen, merken wir auch nicht wirklich, wie unfrei wir tatsächlich sind. Merken nicht, was wir schon lange nicht mehr dürfen. Merken nicht, was wir nichtmal mehr infragestellen dürfen, sondern einfach tabuisiert und unter Euphemismen begraben haben. Euphemismen wie
'Allgem. Gleichbehandlungsgesetz'.

Alle werden 'befreit', indem sie gleich- geschaltet werden.
Dabei werden sie dadurch erst recht zu Diskriminierten, nur haben sie es jetzt auch noch schriftlich. Personen zweiter Klasse, mit Brief und Siegel.
Andere werden 'befreit', indem man sie entsorgt, aus dem alltäglichen Sprachschatz, indem man sie tabuisiert, indem man unter Strafe stellt, von ihnen oder über sie zu sprechen, und schon gar nicht mit ihnen.
Einer aber steht über allen. Nie würde man auf die verrückte Idee kommen, ihn zu diskriminieren. Er ist über jeden Zweifel erhaben. Hat keinerlei Gebrechen, nichts, worüber man sich lustig machen könnte, keine Fehler, ist nicht arm, nicht krank, nicht alt.
Ist perfekt und weiß es. Er muß er nicht tabuisiert, euphemisiert, katalogisiert werden. Muß nicht vor Diskriminierung geschützt werden: Der weiße, mittel- große, mittelblonde Mann mit durch- schnittlichem Gesicht, entsprechender Intelligenz und Partnerin. //



003


DEMOKRATIE WAGEN - Die Abwesenheit von Freiheit muß nicht immer auf eine Diktatur hinweisen, es kann sich auch um eine Demokratie handeln: eine Demokratie der Dummen.

Eine Demokratie der Dummen, in der alle nur so ein bißchen schlau sind. So daß es gerade zum Lesen und Schreiben und den-Anderen-über's-Ohr-hauen reicht.
Damit kann man sich sein ganzes Leben lang beschäftigen und den Rest des Staates auch.
Demokratie der Dummen ist der Kleinste Gemeinsame Nenner, ist populistisch, ist nur auf das eigene Wohl bedacht, den schnellen Vorteil.

Demokratie der Klugen ist Zukunft, ist Wohlstand für alle, ist die beste erdenkliche Form des Zusammenlebens vieler.

Demokratie der Dummen ist die Hölle auf Erden. Ist das Gegenteil von Einheit, Freiheit und Gerechtigkeit. Demokratie der Dummen ist Zweideutigkeit,
Frechheit und Grausamkeit. Und jeder läßt es sich gefallen.

Wo befinden wir uns wohl heute auf diesem Kontinuum zwischen Dummheit und ihrem Gegenteil?

Je dümmer das Volk, desto geringer der Wunsch nach Freiheit. Politikerparadies. Denn umso weniger kann ich mit Freiheit anfangen. Denn umso geringer sind die Chancen, aus dieser Freiheit etwas machen zu können. Denkt sich der Einzelne, so er denn denken kann,
vor lauter Privatfernsehen, Nikotin, Koffein, Alkohol und anderer Bewußtsein-verbreiternder Drogen.
Im Grunde hat man ja auch alles, was man sich immer erträumt hat, auch wenn es der arbeitende Nachbar bezahlt hat.

Ja, da kann man schon neidisch wer- den. Die richtige Partei gewählt (immer die, die gerade an die Macht will), und schon läuft das lebenslang so weiter, Kindergeld, BaFög, Hartz I, II, III, IV und flugs in die vorgezogene Rente. //
AUF DEM POLITIKWAGEN - Statt Freiheit gibt es Mindestlohn und Pendlerpauschale, für das Pendeln zwischen den Stühlen, auf denen sie sitzen, unsere Politiker, wie es ihnen gerade paßt und Anne etwas anderes sagen als Maybrit und dem Wähler etwas anderes nach als vor der Wahl.

Sie nehmen sich die Freiheit. Warum nehmen wir uns nicht die Politiker? Belohnen sie mal so richtig für ihre Politik der kleinen Schritte, ihre Politik des Opportunen und der schnellen
Wende, wenn sie verlangt wird von der Bild-Zeitung und dem kleinen Manne auf der Straße - der auch immer der kleine Mann auf der Straße bleiben wird, wenn er weiter Angst hat vor seinem eigenen, verlumpten Badezimmer, daß ihn verfolgt und nichts dagegen unternimmt und nicht endlich über sich hinauswächst und es uns allen zeigt (wohlgemerkt bitte jedoch ohne irgendetwas in die Luft zu sprengen oder Amok zu laufen!).

Eine Politik, die auf der Trägheit der
Massen beruht und sich selbst die Ruhe verschafft, gar nichts, aber auch gar nichts tun zu müssen, und sich dafür auch noch 9,4% mehr genehmigt.

Politik kann die Menschen nicht retten vor sich selbst - sie kann die Menschen nur befreien!
Aber genau das würde bedeuten, es gäbe keine Probleme mehr zu lösen, für die Politik nichts mehr zu tun, keine Notwendigkeit für die Existenz von Politikern - meint der phantasielose Politiker. Dabei könnten die Politiker
die gewonnene Zeit aufwenden, um weise zu werden und die Menschen wirklich zu retten, indem sie das derzeitige Leben der Menschen transzendieren und auf neue Ebenen führen.

Beckstein zB forderte in seiner Regierungserklärung "Ehrlichkeit, Pünktlichkeit, Verantwortungs- bewusstsein, Disziplin" und "Rücksichtnahme, Höflichkeit, Anstand, Zuverlässigkeit" und "Fleiß, Durchhaltevermögen, Lernen,
Willensstärke", schreibt der Spiegel später - und: "Beckstein stellt Bildung und Integration ins Zentrum seines Arbeitsprogramms für die Staatsregierung. Und mit dem Appell an bürgerliche Tugenden skizziert er ein Bild einer sich bei diesen Aufgaben stützenden Gesellschaft."
Und alle lachten ihn aus. Warum? Warum sind diese Tugenden und Vorstellungen Muff?

Man muß Beckstein nicht mögen, aber diese Eigenschaften sind die
Basis von allem - aber selbst das haben wir inzwischen verlernt. Geschweige denn Freiheit! Ha!

Wie konnten diese Eigenschaften, die die Grundvoraussetzung zivilisierten Miteinanders sind, aus unserem Tag, aus unserem Denken und Handeln verschwinden? Wie konnte die Freiheit einfach so verschwinden?

Wir haben sie nicht mehr wertgeschätzt. Wir sind gleichgültig, weil satt, gewor- den - oder hungrig nach dem Falschen!
Immer auf der Jagd hat man keine Zeit innezuhalten, sein Tun zu reflektieren, gar sein Ziel infragezustellen, neu zu fokussieren, einmal links und rechts zu schauen, was inzwischen auf der Strecke geblieben ist, bei unserer hastigen Hatz.

Es wäre doch schön, wenn sich daran Unternehmen wieder hielten oder die Politik oder wir alle!
Freiheit, Respekt, Verantwortung und Sinn - wäre auch eine schöne Kette, denke ich gerade. //



004


SPRACHE I SPRECHEN - 'Entartet' darf man nicht mehr sagen, und 'GEZ' auch nicht. Was ist mit 'braun'? Was mit 'Eva Braun'? 'Eva Herrmann'? 'Eva'? Darf mein Hund Adolf heißen?
Was passiert, wenn ich Adolf Hitler google?

Und - vor allem - was passiert, wenn ich mir NICHT die ganzen 3. Reich-Doku- mentationen auf den Intelligenzsplit-
ter-Sendern von ARD/ZDF und den Pseudo-Nachrichtensendern der Privaten anschaue!?
'Schwarzes Schwein' darf man nicht sagen, das ist rassistisch, zumindest auf dem Fußballplatz, schön, daß die Sportsfreunde sich so gut verstehen. 'Schwules Schwein' oder 'Schwabbelschwein' ist dagegen nur beleidigend, das ist jetzt gerichtlich geklärt. 'Schwarzes Schaf' muß hier (in Deutschland) noch geklärt werden, in der Schweiz ist das schon rassistisch.

Keine Witze über Juden, Dicke, Behinderte, Muslime, Islamisten, Turbanträger, Kopftuchträger,
Kreuzträger, vor allem nicht den Einen, Kleine, Große, Dünne, Alte, Schwarze, Gelbe, Rote, Ostfriesen, Westgoten, Ossis, etc.

Keine Anhalter mitnehmen, außer sie sind schwarz, behindert und haben einen fälschungssicheren Ausweis und kein Messer.
Und wenn, dann bloß nicht mit ihnen sprechen! Ein falsches Wort und man hat gegen das Anhalterdiskrimi- nierungsgesetz 4711 von 2058 verstoßen.
Auf keinen Fall witzig sein wollen, charmant oder höflich! Einer Anhalterin die Tür aufzuhalten bedeutet Unzucht mit Minderjährigen. Generalverdacht!

Keine Frauen ansprechen (Verge- waltiger), keine Männer ansprechen (Schwul oder Nazi), keine Kinder nett finden (Päderast), keine Kinder nervig finden (Kinderschänder). Am besten nichts sagen, nichts tun, keine Miene verziehen, und sich um seine Sachen kümmern. Irgendwo fragen, was das heute noch bedeutet: 'meine Sache'! //
SPRACHE II WORTE - Gebt mir endlich eine Liste mit Worten, die ich noch sagen darf! Laut, und öffentlich.

Mit Worten, die weniger schlimm als das Rauchverbot, das Allgemeine Gleichbe- handlungsgesetz und die N-, B-, F-Worte sind.

Mit Worten, die ich genüßlich mir auf der Zunge zergehen lassen kann wie Schokolade (was wahrscheinlich schon das erste Wort, und Messlatte für alle anderen, wäre).
Mit Worten, die Schimpfworte sind. Worten, bei denen ich entscheiden kann, ob es mir 200 Peitschenhiebe
wert ist, sie auszusprechen, sie hinauszuschreien, in eine Welt, die ich nicht gewollt habe und umgekehrt.

Mit Worten, die einfach tabu sind! Worten, bei denen längst jemand mit dunkler Kapuze, erinnernd an die häßlichsten Mönche des Namens der Rose, entschieden hat, welches Wort
- und damit verbundene Tat - in Gedanken und in Handlungen so
verwerflich, daß es für immer vom Angesicht der Erde, aus unserem Denken, getilgt sein muß. Daß keiner es auch nur erinnern, denken, infragestellen will und darf, so abscheulich, daß uns kein anderes Mittel eingefallen ist, seiner Herr zu werden, als es zu tabuisieren, so teuflisch, daß wir uns nicht trauen, offen darüber zu sprechen aus Angst, jeder der es höre, würde sich sofort infizieren, würde sterben an diesen Worten und Gedanken an die undenkbare Tat und würde zu ihr selbst mutieren, nicht nur
zu einem abscheulichen Abbild, son- dern zu einem noch abscheulicheren Original im Heute, im Jetzt, in diesem Moment, würde Vorbild werden können für all die vom Wege Abgekommenen, die Getriebenen und Verfolgten vom bösen Geiste und der noch böseren Tat - und wir hätten keine Waffe, keine Zäune, keine Werkzeuge, sie und ihn in Schach zu halten als Vernunft, Respekt, Ehrfurcht gar und unseren moralisch gesunden Menschenverstand (auf den wir uns doch eigentlich immer verlassen können): entartete Autobahnen! // GERMAN SPOKEN - Wie kann man ungebildet frei sein? Wenn die Schulbücher falsch sind, wenn wir bei PISA im Mittelfeld landen, wenn wir
nicht lesen und schreiben, und keinen Computer bedienen können?
Wie können sich dann trotzdem noch 70% der Schüler wünschen, später einmal "möglichst viel zu verdienen"?

Oder vielleicht gerade dann? Vielleicht braucht man diese Leere im Kopf, um 'Polizist' werden zu wollen und anzugeben, den 'Feuerwehrmann' am
höchsten anzusehen und gleichzeitig 'möglichst viel verdienen' zu wollen.
Vielleicht sollten wir die Polizisten wirklich besser bezahlen.

Vielleicht sollten wir einfach PISA absagen, so wie die Amerikaner den nächsten mathematischen Test. Diese verdammte, globale Vergleichbarkeit. Es wird immer jemand besser sein, schneller wachsen, weiter fliegen, höher spucken.

Und nur weil wir vor Jahren mal zu den
Besten gehörten, müssen wir das doch heute nicht mehr, oder? Wir können doch auch mal 20-30 Jahre Pause machen, oder? Immer diese Hetze!
Uns geht es doch gut, oder? Oder
nicht?
Und umso weniger wir besitzen, desto schneller können wir das bißchen gerecht verteilen!

Sind wir etwa weniger frei, wenn wir nur deutsch sprechen? Come on!
Es dauert keine 10-30 Jahre mehr bis ein Buch in's Deutsche übersetzt ist.
Diese Zeiten sind vorbei. Das können wir uns nicht mehr leisten, seit wir eingesehen haben, daß Deutsch jetzt doch nicht die Weltsprache No. 1 wird.

Sobald heute jemand die Relevanz eines Buches für den deutschen Markt erkannt hat, wird es auch sehr schnell übersetzt (gut, bis die Relevanz erkannt wird, kann schon mal ein wenig Zeit verstreichen - vor allem, wenn Deutsche entscheiden sollen, denn meist denken sie deutsch und nicht modern, cosmo- politisch, innovativ, zukunftsorientiert). //



005


CONTENTFREI - Inhalt, also Qualität, suchen wir vergebens im TV.
Die einen bieten Grundversorgung durch Quote, statt durch Qualität, haben nicht verstanden, daß Grundversorgung nicht heißt, jeden mit jedem Mist zu erreichen, sondern eher jedem die Möglichkeit zu geben, sich zu entwickeln, über sich hinauszuwachsen mit Hilfe der medialen Inhalte, nicht seine Zeit zu verbummeln, sie ihm zu vertreiben bis zur nächsten Stütze und weiterzukassieren und niemals aus diesem Teufelskreis herauszukommen.
Die anderen schufen diesen Kreis erst, weil sie Konsumenten züchten mußten für die Produzenten von Produkten, die man freiwillig nicht kaufen würde, außer man wurde zuvor gehirntot in einem Fernsehsessel wach, wankte zum Regal des nächsten Supermarktes, um sich selbst zu bedienen, und in der Folge nicht mehr davon loszukommen.

Versuchen ihn zu umschleimen und zu fesseln mit exkrementen Emotionen, die konservieren, statt mit fördernden Herausforderungen, die innovieren. //
FUTURUM - Das visuelle Medium TV hat keine große, da es seine Freiheit nicht nutzt, voranzugehen. Blockiert lieber die Entwicklung, die im anglo- amerikanischen Sprachraum schon
1-2 Jahre voraus ist, aber unentrinnbar auf es selbst zukommt, und umso zer- störerischer, je länger die Sender hier stillhalten und hoffen, die Welle schwappt einfach nur über ihnen zusammen.
So sitzt Deutschland bekloppt denn Nacht für Nacht vor dem Schirm und sieht die intelligenten, die qualitativ
hochwertigen Programme, die vielleicht keine Quote - aber Kontakt-Qualität - zu christlichen Zeiten schaffen.

Und das soll Freiheit sein, wenn die Sendungen rund um die 24 Stunden verteilt werden, wie auf einem Döner-spieß und ich warten muß, bis das beste Stück vor mir erscheint, statt es 24/7 im Internet angeboten zu bekommen? Denkt eigentlich irgendjemand in den deutschen Sendern? Oder können die nur Sekunden, Kontakte und Euro zählen? //
FAST FREI! - Freiheit, das könnte im schlimmsten Falle 'freier Wettbewerb' heißen! Was für eine unglaubliche Ressourcen-Verschwendung, Ineffizienz und Produktivitätsminimierung. Freier Wettbewerb! Wer will das schon? Wer kann das schon?
Bestimmt nicht unsere Automobil- industrie. Bestimmt nicht unsere alten Staatsunternehmen rote Post (Die Bahn), gelbe Post (Deutsche Post) und rosa Post (TssTssTelekom).
Bestimmt nicht die Energieversorger!
FREIHEIT - DAS IST DER MULTIVAN!
Was bietet uns die Wirtschaft statt Freiheit? Rendite! Mal mehr, mal weniger. Aber auch eine Definition von Freiheit, nachzulesen in jeder VW Multivan Anzeige: "Freiheit in ihrer schönsten Form. Der Multivan Atlantis." Dies ist nun das Gesicht der Freiheit? Dieser fahrende Ziegelstein?
"Wohin die Fahrt auch geht, mit dem Multivan Atlantis machen sie überall eine gute Figur" Ich will keine gute Figur machen, ich will Freiheit. Fehlanzeige (im wahrsten Sinne des Wortes)!
"... nicht nur schön praktisch und geräumig ..." - Freiheit!? - "... sondern auch ein echter Blickfang auf der Straße." - Freiheit! Hallo! - "Jeder braucht ein bißchen Freiheit. Der Multivan Atlantis." Wo ist denn nun die verdammte Freiheit, da kann man ja die Geduld verlieren?
Aber so sind sie unsere Produzenten, die uns jeden Mist verkaufen wollen und fällt ihnen nichts mehr ein, dann greifen sie auf die Freiheit zurück.
Und später heißt es dann: 'War ja nicht so gemeint.' //
STAATSKONZERNE! - Nur indem wir die Freiheit aussperren, können wir unsere Märkte retten, den Lebensstandard unserer Manager und Aktionäre, die wohlfeile Arbeitskraft des kleinen Mannes von der Straße, auf der Straße, in der Gosse.

Die Energie - Wir fressen den Strom und flatulieren das Gas, und zahlen gar für die Weide auf der wir für dumm verkauft werden und wieder- und wieder wiederkäuen, was man uns sagt, bis wir es vergessen, niemals aber verstehen.
Die Bahn - Wo soll ein Verkehrsminister schon arbeiten, in Kürze, wenn man ihn auf seine eigene Straße setzt? Beim ADAC oder der Bahn? Ist doch klar, oder? Dafür muß er aber erstmal die Bahn privatisieren, sonst gibt das nix mit dem Mehdorn und er bliebe auf der Strecke. Im Zweifel ist der sowieso schon vorher weg - denn wo sonst wäre solch ein Streik auf dem Rücken der Konsumenten möglich gewesen als bei einem der letzten Staatsunternehmen, geführt von einem der letzten totalitären Monarchen der Industriegeschichte? Die Post - Riegelt den Markt ab zu unseren Lasten und ihrem Gewinne. Soll er, der Chef, sogar noch Stratege des Jahres werden, ginge es nach so manch seltsamem Management-Blättchen. Hat er doch nur gelernt, im Monopol die Unfreiheit des Marktes zu manifestieren.

Die Telekom - Öffnet sich immer noch nicht mit aller Kraft dem Wettbewerb, zu groß ist ihre Angst, etwas falsch zu machen, sind doch im Zweifel jederzeit zu viele Berater im Hause als das noch
einer seiner eigentlichen Arbeit nach- gehen könnte - was nicht heißen soll, daß diese ohne besser wäre, im Staats- unternehmen(Ex-) blüht halt so wenig.

Die Beute wird zwischen Staat (Steuern) und Wirtschaft (Profite) aufgeteilt. Für uns bleibt das gute Gefühl der Einfalt. Gebügelt zwischen Post, Bahn, Energie und Telekom, die Konsumenten, in Unfreiheit vereint. Lachen sich in's Fäustchen, die Politiker, im Geldsprudel verbunden.
Freier Wettbewerb anders aus.



006


DARAUF EIN BLONDES! - Zum Glück dürfen wir wenigstens noch auf Dächern picknicken, auf Müllwagen aufspringen, Frauen mit der Schubkarre abschlep- pen, Hängematten am Bahnhof benutzen, auf Fensterputzer-Gerüsten frühstücken und im Pyjama mit dem Hund gehen - jedenfalls, wenn es nach Gauloise Blondes geht. Soviel zur Freiheit bei der Zigarette.
Und wir müssen einen hohen Preis zahlen: mit unserem Leben. Aber was will man machen, wenn man das Blond schon im Namen führt. //
KUNST I KEKS - So lange die Kunst eigentlich Wunst heißen müßte, wird sie hier unter Wirtschaft subsumiert. Kommerz, Opportunismus, schneller Reichtum, die alte Geschichte. Wir werden uns nichtsdestotrotz weiter bemühen, die wahre Kunst in unseren close up Künstlerportraits zu zeigen.

Die Kunst flieht immer noch in die inkompetente Beliebigkeit, in die Inkompetenz für Inhalte, Techniken, Farben und Formen auf der einen Seite, in die Inkompetenz, Kunst von Wunst
(durch reines Wollen) und Gunst (durch reines Geld) zu unterscheiden auf der anderen Seite.

Sie flieht in die Museen der Sammler, die mehr Sammler des Ruhmes als Sammler der Kunst und mehr Jäger des Geldes als Jäger der Kreativität und Botschaft und Aussage sind. Wir wollen es ihnen nicht verübeln, wenn sie das Geld ihrer Eltern und den Geschmack ihrer Partner ausbeuten und sich ein Denkmal setzen, durch das sie die ach so staunenden Massen schleusen. //
KUNST II BISQUYT - Ist Norbert Bisky frei als Künstler, wenn es ihn nervt, auf blonde, brave, langweilige Jung- männer-Akte reduziert zu werden und
er deshalb nun porno-ähnliche Szenen mit braunhaarigen Männern malt?

Hat Basquiat jemals gefragt, was die Menschen von ihm gemalt haben möchten?

Aber wenn ein Bisky auf einen Basquiat zugeht, kommt eben - selbst im besten Falle - nur ein Bisquyt dabei heraus.
Wenn jeder ein Künstler ist, ist keiner ein Künstler!
Aber vielleicht ist genau das die Lösung. Und wir investieren unser Geld lieber in Küchen von Porsche, statt in das, was wir für Kunst halten lassen, produziert von denen, die wir für Künstler halten lassen, selektiert von denen, die wir für Experten halten lassen. Denn wir selbst verstehen ja zu wenig davon, ist ja klar. Ein Volk auf der Suche nach dem Experten für jede Lebenslage, Lebenslüge, denn woher sollen wir selbst es bloß wissen?
Freiheit - welch ein Wort!
Welch eine Konnotation!
Unendliche Möglichkeiten. Unendliche Weiten. Ferne Horizonte. Neue Horizonte!
Unendliches Wissen als Belohnung einer unendlichen Neugier.
Unendliche Vielfalt. Unendlicher Reichtum an Varianten, Arten, Tieren, Pflanzen, Menschen, Landschaften.
Unzählbare Planeten, Monde und Sterne.
Unzählbare Farben, Töne, Formen.
Unzählbare Gedanken. Worte. Ideen.
In einem einzigen Moment, Mensch, Kopf, Geist.

Würden wir Freiheit überhaupt noch erkennen, wenn wir ihr begegnen?
Würden wir sie begrüßen und zu uns einladen?

Wüßten wir, welche Konsequenzen es für uns hätte, wäre die Freiheit auch nur eine kurze Zeit bei uns zu Gast?
Würden wir es schaffen, sie auszuhalten?
Könnten wir Freiheit und ihre Kon-
sequenzen überhaupt noch ertragen?

Wir kastrieren Freiheit, wo wir sie sehen. Im Namen unserer Götter. Im Namen der Gerechtigkeit. Im Namen unserer Nachbarn. Im Namen der Gleichheit. Im Namen unserer Mitmenschen. Im Namen der Sicherheit. Im Namen unserer Politiker. Im Namen der Freiheit!

Mehr Freiheit wagen indem wir sie einschränken!
Mehr Freiheit durch weniger Freiheit!

Wenn die Freiheit jung ist, nennen wir sie Herausforderung, Abwechslung, Vielfalt, Abenteuer, Innovation, Zukunft, unsere einzige Chance, Basis unseres Lebens und Erfolges!

Wenn die Freiheit dann mit der Zeit müde, fett, faul und alt wird, nennen wir sie Gerechtigkeit.

Mit ihrem Tode schließlich nennen wir die Freiheit nur noch Gleichgültigkeit und Gleichheit. Überlegen seitdem, was wir bloß auf ihren Grabstein schreiben.
- Meinungsfreiheit: abgeha(c)kt!
- Künstlerische Freiheit: abgeha(c)kt!
- Pressefreiheit: abgeha(c)kt!
- Religionsfreiheit: abgeha(c)kt!
- Neugier: abgeha(c)kt!
- Wahrheit: abgeha(c)kt!
- Forschung: abgeha(c)kt!
- Gedankenfreiheit: abgeha(c)kt!
- Schwitzen: abgeha(c)kt (zumindest am Flughafen und an Fähren)!
- Die eigenen Kinder photographieren: abgeha(c)kt!
- Sterbehilfe: abgeha(c)kt!
- Vorhölle: abgeha(c)kt! (braucht kein Mensch, wir sind ja drin)
- Unterschiede: abgeha(c)kt!
- Vielfalt: abgeha(c)kt!

Indem wir das Potential des Einzelnen bis auf's Letzte beschneiden, statt es zu fordern und zu fördern, berauben wir uns unserer eigenen Zukunft und Rente(!). Das müßte man den heutigen Renten-Wählern vielleicht mal erklären, denen, die nach Gerechtigkeit, nach Fürsorge, nach Alimentation, nach Gleichheit rufen, so laut sie nur können, so lange ihr Atem reicht ... riecht.
Merken wir nicht, daß wir die Freiheit ausrotten, indem wir sie zu schützen meinen?

Merken wir nicht, daß wir die Vielfalt ausrotten, indem wir sie zu schützen meinen?

Merken wir nicht, daß wir damit unseren Erfolg als Menschen auf's Spiel setzen?

Sollten wir nicht lieber daran arbeiten, unsere Individualität, unsere Unterschiedlich- und Persönlichkeit herauszuarbeiten, unsere Ecken und Kanten, unsere Einzigartigkeit, unsere Talente und Potentiale? Dies zu fördern und zu fordern?
Uns mehr Freiheit geben und nehmen? Uns ernster nehmen lassen von der Politik und denen, die immer für uns entscheiden? Statt wie immer den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen?
Denn der führt unweigerlich in die geistige (im wahrsten Sinne des Wortes) Einöde, in die absolute, allumfassende Bedeutungslosigkeit. //


THINK ABOUT IT!

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